FOCUSING 


Im Focusing wird achtsam nach innen gefühlt, um inneres Erleben wahrzunehmen. Meist ist dieses innere Erleben ein Knäuel aus vielen Gefühlen, inneren Bewegungen und Emotionen und wenig klar definiert. Anfangs wirkt dieses Knäuel überfordernd und es ist nicht erkennbar, wo hier etwas Wichtiges sein soll. Beginnt man trotz des anfänglichen Gefühls der Überforderung bei dem Knäuel zu verweilen, können sich wunderbare innere Prozesse offenbaren. Nur durch das geduldige Verweilen mit dem Knäuel stellen sich manchmal schon Gefühle von innerer Erleichterung ein. 
Um diesen inneren Prozess weiterzuverfolgen, hat Gene Gendlin(*siehe unten) Schritte entwickelt, die helfen, noch tiefer in diesen Prozess einzutauchen, um bei der Suche nach Lösungen für ein Problem voranzukommen. 

Ein zentraler Begriff des Focusings ist Freiraum schaffen. Wenn wir Freiraum schaffen, heißt das, dass wir Abstand nehmen von einem Gefühl oder einem Problem, das auftaucht. Im Bezug zum Knäuel könnte das bedeuten, dass man sich innerlich ein paar Schritte vom Knäuel wegbewegt, umso zu erkennen, was da alles im Knäuel drinsteckt. Das Freiraum schaffen hat somit zwei große Vorteile, erstens stellt sich beim Abstand nehmen meist schon eine merkbare Entspannung ein und zweitens hat man so die Möglichkeit, sich einzelne Aspekte aus dem Knäuel rauszunehmen und diese mit weiteren Focusingschritten einer Lösung näherzubringen. (Anmerkung: Das Knäuel ist eine Metapher, um diesen Prozess bildhaft zu machen. Die Bilder, die auftauchen, sind bei jedem Menschen anders und ganz individuell. Abgesehen davon müssen es keine Bilder sein die auftauchen, es könnten auch Wörter, Sätze, Empfindungen,…..sein.)

Gendlin beschreibt im Focusing sechs Schritte, die als erste Hilfestellung klar definiert sind. Da man Focusing jedoch als Übungsweg betrachten kann, werden diese Schritte im Laufe der Zeit immer unwichtiger. Zum Erlernen von Focusing sind sie jedoch ein wertvolles Werkzeug .
  

*Eugene Gendlin war ein amerikanischer Psychotherapeut der beobachtete, dass Menschen, die gut mit Krisen umgehen können, über eine bestimmte Art der Selbstwahrnehmung verfügen. Er erforschte dieses Phänomen und entwickelte aus den Ergebnissen eine Methode, der er den Namen Focusing gab.